Am Samstag fand die halbjährliche Flughelferschulung des Landesfeuerwehrverbandes Vorarlberg dieses Mal in Egg statt. Rund 40 Feuerwehrkameraden aus ganz Vorarlberg nahmen an der groß angelegten Schulung teil und konnten unter realistischen Bedingungen verschiedenste Einsatzszenarien rund um die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Hubschrauber trainieren.

Mit dabei waren die Flughelfer aus allen vier Bezirken Vorarlbergs, die Landeplatzhelfer der Feuerwehr Egg sowie die Vegetationsbrandbekämpfungsgruppe des Waldbrandstützpunktes Bezau.

Unterstützt wurde die Schulung durch die Firma Wucher Helicopter mit ihrer nagelneuen Airbus H125 B3 mit der Kennung OE-XHR sowie durch das Bundesministerium für Inneres (BMI) mit dem Polizeihubschrauber EC135 und dem Rufnamen „Libelle“. Seitens der beiden Hubschrauberbetreiber waren drei Mitarbeiter der Firma Wucher sowie zwei Angehörige der Polizei an der Übung beteiligt.

Anspruchsvolles Übungsgebiet rund um Egg

Das weitläufige Übungsgebiet erstreckte sich über das Gebiet zwischen Kapf, Schwende, Schupf, Wellerschwende, Finne und der Alpe Bühlen. Die unterschiedlichen Geländeformen boten optimale Voraussetzungen, um eine Vielzahl jener Aufgaben zu trainieren, mit denen Flughelfer insbesondere bei Wald- und Vegetationsbränden sowie bei Einsätzen in schwer zugänglichem Gelände konfrontiert werden können.

Der Flugbetrieb begann gegen 09:45 Uhr und dauerte bis etwa 15:00 Uhr. Während dieser Zeit wurden mit beiden Hubschraubern mehrere unterschiedliche Übungsszenarien abgearbeitet.

Ein Schwerpunkt lag auf dem sicheren Transport von Einsatzkräften. Dabei wurden sowohl Personentransporte direkt im Hubschrauber als auch Transporte mittels Tau durchgeführt. Gerade in unwegsamem oder nicht auf dem Landweg erreichbarem Gelände ermöglicht diese Form des Transportes, Einsatzkräfte rasch an ihren vorgesehenen Einsatzort zu bringen.

Daneben bildeten verschiedene Außenlasttransporte einen weiteren wichtigen Bestandteil der Schulung. Material und Ausrüstung wurden dabei mittels Hubschrauber aufgenommen und zielgenau an die vorgesehenen Stellen im Übungsgebiet transportiert.

Wassertransport für die Vegetationsbrandbekämpfung

Ein besonderer Schwerpunkt wurde auf den Wassertransport aus der Luft gelegt. Hier kamen sogenannte „Bambi Buckets“ zum Einsatz – spezielle Löschwasserbehälter, die als Außenlast unter dem Hubschrauber mitgeführt werden.

Die „Libelle“ des BMI arbeitete dabei mit einem Löschwasserbehälter mit einem Fassungsvermögen von rund 500 Litern. Die H125 B3 der Firma Wucher konnte sogar einen 1.000-Liter-Bambi-Bucket einsetzen.

Damit wurde nicht nur die Wasseraufnahme und der gezielte Abwurf aus der Luft trainiert. Das durch den Hubschrauber zur Alpe Bühlen transportierte Wasser wurde anschließend auch von der Vegetationsbrandbekämpfungsgruppe des Waldbrandstützpunktes Bezau für einen Löschangriff genutzt.

Die Mannschaft errichtete dabei eine sogenannte Flanke. Bei Vegetationsbränden werden damit seitliche Begrenzungslinien geschaffen bzw. gesichert, um eine weitere Ausbreitung des Feuers in die jeweilige Richtung zu verhindern. Dadurch konnte die gesamte Kette vom Wassertransport mittels Hubschrauber bis hin zur tatsächlichen Brandbekämpfung durch die Einsatzkräfte am Boden praxisnah beübt werden.

Wertvolle Zusammenarbeit über Bezirksgrenzen hinweg

Neben den einzelnen Übungsszenarien stand vor allem die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Einheiten im Mittelpunkt. Gerade bei größeren Wald- und Vegetationsbränden oder Einsätzen in schwierigem Gelände ist ein reibungsloses Zusammenspiel zwischen Piloten, Flughelfern, Landeplatzhelfern und den eingesetzten Mannschaften am Boden von entscheidender Bedeutung.

Durch die Teilnahme der Flughelfer aus allen vier Bezirken konnten Erfahrungen ausgetauscht, Abläufe gemeinsam trainiert und die Zusammenarbeit weiter gefestigt werden.

Insgesamt waren knapp 40 Feuerwehrmänner, drei Mitarbeiter der Firma Wucher sowie zwei Angehörige der Polizei an diesem intensiven Übungstag beteiligt.

Gemütlicher Abschluss nach einem intensiven Übungstag

Nach Beendigung des Flugbetriebes und dem gemeinsamen Abbau der Übung durfte natürlich auch der kameradschaftliche Teil nicht fehlen.

Zum Abschluss wurden wir von unserem „Kauffi“ noch kulinarisch verwöhnt. Er stellte sich nach einem langen Übungstag für uns an den Grill und sorgte dafür, dass wir die erfolgreiche Flughelferschulung bei einem gemeinsamen Essen gemütlich ausklingen lassen konnten.

Ein herzliches Dankeschön gilt allen, die diese umfangreiche Schulung ermöglicht und unterstützt haben – insbesondere allen Grundbesitzern, der Jagdgenossenschaft, der Gemeinde Egg, der Firma Wucher Helicopter, der Polizei und dem Landesfeuerwehrverband Vorarlberg.

Ein besonderer Dank gilt Norbert Sutterlüty und seinem Team für die umfangreiche Organisation und Vorbereitung sowie natürlich allen teilnehmenden Flughelfern, Landeplatzhelfern, der Vegetationsbrandbekämpfungsgruppe aus Bezau und sämtlichen weiteren Mitwirkenden.

Nur durch die Unterstützung und das gute Zusammenspiel aller Beteiligten war es möglich, eine derart umfangreiche und praxisnahe Schulung in Egg durchzuführen.

Vielen Dank an alle Beteiligten für den lehrreichen Übungstag, die hervorragende Zusammenarbeit und die gelebte Kameradschaft!