Ein Bodenbrand im Alpgebiet von Ifersgunten beschäftigte am Donnerstag und Freitag zahlreiche Einsatzkräfte aus Vorarlberg, dem Kleinwalsertal und dem benachbarten Allgäu. Aufgrund der abgelegenen Lage und des schwer zugänglichen alpinen Geländes stellte der Einsatz insbesondere die Mannschaften am Boden sowie die Flughelfer und Hubschrauberbesatzungen vor große Herausforderungen.
Am Donnerstag gegen 12:30 Uhr erreichte uns der erste Anruf von der Ifersguntenalpe. Obwohl sich die Einsatzstelle im Gemeindegebiet von Egg befindet, ist das betroffene Alpgebiet auf dem Straßenweg ausschließlich über das Kleinwalsertal erreichbar.
Nach Absprache mit der Feuerwehr Hirschegg wurde daher entschieden, den Einsatz über das Kleinwalsertal abzuwickeln.
Aufgrund der schwer zugänglichen Lage musste zunächst ein Überblick über die Situation geschaffen werden. Von Egg aus flogen Einsatzkräfte mit dem Polizeihubschrauber „Libelle“ zur Erkundung in das Einsatzgebiet. Im Kleinwalsertal wurde zusätzlich der örtliche Einsatzleiter aufgenommen.
Bereits bei dieser ersten Erkundung aus der Luft wurde deutlich, dass es sich um einen größeren und aufwendigen Einsatz handeln würde.
Umfangreiche Alarmierung und Unterstützung aus der Luft
In weiterer Folge wurden die Feuerwehren im Kleinwalsertal alarmiert. Von unserer Seite wurden zusätzlich die LPH sowie weitere Flughelfer hinzugezogen. Im weiteren Einsatzverlauf kamen außerdem Kräfte aus Oberstdorf zur Unterstützung hinzu.
Aufgrund der Lage des Brandgebietes spielte der Einsatz von Hubschraubern eine entscheidende Rolle. Zwei Hubschrauber standen für Personen- und Materialtransporte sowie für die Löschwasserversorgung aus der Luft zur Verfügung.
Von Egg und Hohenems waren am Donnerstag 3 Flughelfer und 5 LPH im Einsatz. Bereits am ersten Einsatztag wurden rund 50 Hubschrauberrotationen durchgeführt. Neben Löschflügen mussten insbesondere Einsatzkräfte und benötigtes Material in das nur schwer erreichbare Gebiet transportiert werden.
Fortsetzung der Löscharbeiten am Freitag
Am Freitag wurden die Arbeiten ab 08:00 Uhr mit verstärkten Kräften fortgesetzt.
Von Egg und Hohenems standen an diesem Tag 4 Flughelfer und 6 LPH im Einsatz. Zusätzlich unterstützte uns der Vegetationsbrandbekämpfungstrupp der Feuerwehr Bezau mit 10 Mann, der geschlossen im Brandgebiet eingesetzt wurde.
Unsere Mannschaften waren dabei in mehreren Bereichen gleichzeitig gefordert. Neben der fliegerischen Einsatzleitung waren zwei Flughelfer direkt am Berg sowie ein Flughelfer am Hauptlandeplatz eingesetzt. Auch die LPH waren sowohl im Brandgebiet als auch am Hauptlandeplatz tätig.
Die Bodentrupps mussten das betroffene Gelände intensiv bearbeiten und Glutnester aufspüren und ablöschen. Für die Wasserversorgung wurden im Gelände laufend zwei Behälter durch die Hubschrauber befüllt.
Eine wertvolle Unterstützung stellte dabei auch die Drohne der Bergrettung dar. Besonders für die Einsatzleitung und die Koordination des Flugbetriebes lieferte sie einen guten Überblick über das weitläufige und unübersichtliche Einsatzgebiet.
177 Hubschrauberrotationen am Freitag
Welcher logistische Aufwand hinter diesem Einsatz stand, zeigen insbesondere die Zahlen des zweiten Einsatztages.
Allein am Freitag wurden insgesamt 177 Hubschrauberrotationen durchgeführt. Darunter waren rund 30 Personentransporte zum und vom Berg, etwa 15 Materialtransporte jeweils zum und vom Einsatzgebiet sowie rund 100 Lösch- bzw. Wassertransportflüge.
Die enge Abstimmung zwischen den Einsatzkräften am Boden, den Flughelfern, der fliegerischen Einsatzleitung, dem Hauptlandeplatz und den Hubschrauberbesatzungen war dabei von entscheidender Bedeutung.
Gegen 15:00 Uhr: „Brand aus“
Nach zahlreichen Löschflügen und intensiver Arbeit der Mannschaften im Gelände konnte gegen 15:00 Uhr schließlich „Brand aus“ gemeldet werden.
Damit ging für unsere Mannschaft ein außergewöhnlicher und sehr fordernder Einsatz zu Ende, bei dem insbesondere die spezielle Lage des Brandgebietes eine umfangreiche Logistik und eine enge Zusammenarbeit verschiedenster Organisationen erforderlich machte.
Hervorragende Zusammenarbeit
Besonders hervorheben möchten wir die ausgezeichnete Zusammenarbeit aller eingesetzten Kräfte und Organisationen.
Die Zusammenarbeit mit der Besatzung der Libelle und Firma Helix, dem Vegetationsbrandbekämpfungstrupp Bezau, den örtlichen Einsatzleitungen, den Feuerwehren des Kleinwalsertals sowie den Flughelfern aus Oberstdorf funktionierte hervorragend.
Ein großer Dank gilt ebenso allen weiteren beteiligten Feuerwehren und Einsatzorganisationen, den Hubschrauberbesatzungen sowie allen Kameradinnen und Kameraden, die über die beiden Einsatztage hinweg ihren Beitrag zur erfolgreichen Bewältigung dieses Einsatzes geleistet haben.
Der Einsatz auf der Ifersguntenalpe hat einmal mehr eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig eine professionelle Zusammenarbeit über Gemeinde-, Bezirks- und auch Landesgrenzen hinweg ist – besonders dann, wenn schwieriges alpines Gelände Mensch und Material gleichermaßen fordert.






























